Lebkuchenhaus

Lebkuchenhaus – Südstaaten-Style

Vor Weihnachten ein Lebkuchenhaus backen? Eine wirklich schöne Tradition. Also bei allen anderen war es das immer. Ich habe das irgendwie noch nie gemacht. Umso ambitionierter war ich jetzt natürlich mal wieder. Und habe mir nicht irgendein Lebkuchenhaus, sondern eins im Südstaaten-Stil* ausgesucht.

Lebkuchenhaus - Frau Tollkühr

Als ich klein war, war keiner meiner Eltern ein großer Fan von Backen. Meine Mutter war schon froh, wenn ich sie nicht mit Plätzchenbacken vor Weihnachten gequält habe – ganz abgesehen von einem Lebkuchenhaus. Das ist ja doch noch mal ein bisschen aufwändiger. Aber mir macht das ja nichts (Spoiler: Das dachte ich jedenfalls). Und auch wenn diese Tradition ja meistens das Backen mit Kindern bedeutet, will ich ja nicht eines Tages mit Kind das erste Mal anfangen, ein Lebkuchenhaus zu bauen. Sonst steh‘ ich dann da und weiß auch nicht mehr darüber als das Kind. Das kann ich nicht mit den Ansprüchen vereinbaren, die ich immer so an mich selbst stelle.

Lebkuchenhaus

Für mein Lebkuchenhaus habe ich mich an Tobis Rezept (Der Kuchenbäcker) orientiert. Allerdings habe ich die einzelnen Gewürze durch ein fertiges Lebkuchengewürz ersetzt, weil ich die Gewürze aus dem Rezept nicht zu Hause hatte und nicht alle einzeln kaufen wollte. Zumal ich nicht wüsste, was ich danach mit dem Zimt anfangen soll, da ich den wohl bis zum nächsten Lebkuchenhaus nie wieder raus holen würde. Ich habe etwa 3-4 Esslöffel davon verwendet. Im ersten Moment wirkt der Teig etwas überwürzt, aber nach dem Backen kommt diese Dosierung richtig gut. Die Zubereitungsanleitungen findet ihr bei Tobi.

Lebkuchenhaus: Die Zutaten

Für den Teig:

  • 280 g Honig
  • 400 g ZuckerDiamant brauner Zucker
  • 250 g Butter
  • 200 g Wasser
  • 4 EL Lebkuchengewürz
  • 780 g MehlTyp 405
  • EL Natron
  • 150 g Schokoladen-Kuvertüre

Deko:

  • bunte Bonbons ohne Füllung
  • Optional: Streusel, essbarer Glitzer

Für das Icing:

  • 2 Eiweiß
  • 500 g Puderzucker

Lebkuchenhaus: Die Bauanleitung

Genau wie ein echtes Haus hat natürlich auch ein Lebkuchenhaus 4 Wände und ein Dach. Meine Südstaaten-Variante hat dazu noch einen Giebel mit Zuckerstangen-Säulen und eine Veranda. Dafür benötigt ihr folgende Teile:

Frontseite – für die Rückseite den Türbereich etwas verbreitern und die zwei Fenster unten in der Mitte weglassen. Auf diese Weise könnt ihr sogar noch ein Teelicht in euer Lebkuchenhaus stellen.

Dachplatte 2x (oben) und Veranda (unten)

Giebelteile und Seitenwand 2x (rechts)

 

Die Teile zeichnet ihr auf einfaches Backpapier und schneidet sie aus. Dann rollt ihr den Lebkuchenteig auf einem Backpapier aus, das ihr vorher mit Mehl bestäubt. Die Backpapier-Ausschnitte kommen direkt auf den ausgerollten Lebkuchenteig und die Form wird übertragen. Fenster und Türen direkt mit ausschneiden und Fruchtbonbons ohne Füllung hineingeben. Im Ofen schmelzen die Bonbons und es entsteht der Anschein von Fensterscheiben.

Lebkuchenhaus - Frau Tollkühr

Lebkuchenhaus

Den überschüssigen Teig vom Backpapier entfernen. Die Formen für 15 Minuten in den Backofen schieben – aber Achtung: Der Teig darf nicht zu braun werden. Sobald er fertig ist, holt ihr ihn aus dem Ofen und begradigt die Kanten SOFORT … Das erleichtert den Bau ungemein. Und nein, das habe ich leider nicht gemacht. Und die Platten waren deshalb etwas krumm und kompliziert.

Die Bauplatten komplett auskühlen lassen – am besten über Nacht. Fürs Zusammensetzen Schoko-Kuvertüre schmelzen und kurz abkühlen lassen. Anschließend nach und nach die Kanten bestreichen, die miteinander verklebt werden sollen. Gegeneinander drücken und halten. Ich habe Streuselpackungen als Hilfe genutzt, weil ich nur ein paar Hände habe. 😉 Alles gut abkühlen und fest werden lassen. Als das Grundgerüst stand, habe ich die Zuckerstangen-Säulen auch mit Schokolade angeklebt. Als die Säulen sicher standen, habe ich den Giebel angebaut.

Für das Royal Icing Eiweiß schaumig schlagen und nach und nach Puderzucker unterrühren. Dann direkt in eine Spitztülle füllen und verschließen, da die Masse schnell austrocknet. Damit die Schokoladen-Klebekanten vom Lebkuchenhaus überdecken und nach Belieben verzieren. Und fertig!

Meine Learnings

Das Lebkuchenhaus hat mir einiges über mich selbst beigebracht. Dass Geduld nicht meine Stärke ist, wusste ich ja schon. Aber dass es so schlimm ist, hätte ich nicht gedacht. Weitere Erkenntnis: Ich bin echt ’ne Niete im Umgang mit einer Spritztülle. Als ich versuchte, das Haus mit dem Royal Icing zu verzieren, habe ich ernsthaft drei davon zerstört. Zwei mal Plastik, einmal Silikon. Ich weiß nicht genau, was da falsch gelaufen ist. Die Masse wird so schnell fest, dass es super schwierig war, damit schnell genug zu verzieren. Und: Ich bin dabei einfach nicht talentiert. Oh well.

Aber: Mein erstes Lebkuchenhaus ist geschafft. Und ich freue mich jetzt vor allem darauf, es wieder auseinander zu nehmen, um den Lebkuchen mit meiner Familie zu teilen und zu futtern. Hihi!

Lebkuchenhaus

Habt ihr euch auch schon mal an einem Lebkuchenhaus versucht? Ich wünsche euch eine frohe Weihnachtszeit!

 

 

 

 

* Natürlich verherrliche ich damit nicht die Geschichte der amerikanischen Südstaaten – da wäre ich wirklich die letzte. Ich betrachte dabei einfach nur einen architektonischen Stil, der mir schon immer sehr gefallen hat.

2 Comments

  • Tobias 17. Dezember 2017 at 11:12

    Hey Dani,

    Die Idee mit den Candy Canes ist super. Das muss ich mir merken. Das nächste Jahr wird ja wieder ein Haus gebaut.

    Schönen 3. Advent!

    Liebe Grüße,

    Tobi

    Reply
    • Dani 17. Dezember 2017 at 11:43

      Hi Tobi!

      Das fänd ich super. Ich bin gespannt, was du dir dann wieder Tolles einfallen lässt. 🙂
      Dir auch einen schönen 3. Advent.

      Liebe Grüße!

      Reply

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